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Von der Apothekerin zur Wissenschaftsillustratorin: Anna Fuchs zeigt auf Instagram die Apothekenwelt in Comicform

Jennifer Schulte-Tickmann von Jennifer Schulte-Tickmann
Lesezeit: ca. 6 Min. | Beitrag vom :

Inhaltsverzeichnis:


Den berufliche Weg von Anna Fuchs kann man schon eher als außergewöhnlich bezeichnen: Nachdem Sie einige Zeit als Apothekerin gearbeitet hat, gewann doch ihre kreative Ader die Oberhand, sodass Anna mittlerweile als Wissenschaftsillustratorin arbeitet. Auf ihrem Instagramkanal klärt sie über fachliche Gegebenheiten in der Pharmazie auf und versucht diese so anschaulich wie möglich zu beschreiben und zu erklären.
Am besten lassen wir Anna aber selbst zu Wort kommen. Im Interview erzählt sie uns, wieso sie diesen Weg eingeschlagen hat, welches ihre liebsten Themen im Pharmaziebereich sind und ob sie nicht auch manchmal den Alltag in der Apotheke vermisst:

Wissenschaftsillustratorin Anna Fuchs stellt sich vor.
Von der Apothekerin zur Wissenschaftsillustratorin - Anna Fuchs hat nach ihren Apothekenjahren einen spannenden und kreativen Weg eingeschlagen. © Julian Schulz

Anna Fuchs: Die Motivation hinter dem Pharmaziestudium

Dein Kanal auf Instagram sticht ja absolut ins Auge, doch bevor wir auf deine kreative Wissensvermittlung eingehen, stell dich doch einmal bitte vor. Wer bist du und welchen Hintergrund bringst du mit?

Vielen lieben Dank! Ich bin Anna Fuchs aus dem schönen München und bin Illustratorin mit Schwerpunkt Wissenschaftsillustration. Auf diese Weise möchte ich mit Illustrationen zur Auflockerung wissenschaftlicher Texte und zur einfach verständlichen Vermittlung von Wissen beitragen. Nach meinem Pharmaziestudium habe ich mehrere Jahre in öffentlichen Apotheken gearbeitet. Wobei Pharmazie von Anfang an als Standbein für eine kreative Tätigkeit geplant war, haha, und ich auch schon immer neben dem Studium und der Tätigkeit in der öffentlichen Apotheke kleinere Aufträge hatte. 2021 habe ich mich gewagt, ins kalte Wasser zu springen und mich mit Illustration selbstständig zu machen :-)

Ein wirklich einzigartiges Talent, welches du da an den Tag legst. Was hat dich denn damals motiviert, mit dem Pharmaziestudium zu beginnen?

Das war ehrlich gesagt eine sehr pragmatische Entscheidung, haha. Ich hatte zunächst ein Psychologiestudium begonnen, wollte dann aber doch in Richtung Kunst. Da die Akademie der bildenden Künste meinte, Kommunikationsdesign an der Hochschule München wäre mehr etwas für mich und die Hochschule München der Meinung war, die Akademie wäre eher etwas für mich, war ich zunächst etwas hilflos und wusste nicht genau, was ich tun soll. Deswegen meinte meine Mutter „Ein Freund von uns ist Apotheker. Das ist was Sicheres - studier Pharmazie und danach kannst du was Kreatives machen“. Und ehrlicherweise hatte ich auch wenig Ahnung, was mich in dem Studium erwartet.

Wie Tabletten enstehen, beschreibt Anna Fuchs in ihren Comics.
Wissen verpackt in Comics: Anna hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht.

Apothkenwissen in Comicform - die Idee dahinter

Absolut, der Weg als Apotheker bzw. Apothekerin ist ein wirklich sicherer - auch in Zukunft. Mittlerweile bist du ja u. a. als Wissenschaftsillustratorin unterwegs - wie bist du darauf gekommen, Pharmaziewissen in Comics zu packen?

Durch die Arbeit in der öffentlichen Apotheke und Gespräche mit Freunden, die nichts mit Apotheke und Pharmazie zu tun haben, ist mir aufgefallen, dass manches Wissen „nach außen“ gar nicht bewusst oder bekannt ist. Beispielsweise wissen nur wenige, dass es unterschiedliche Berufsgruppen in der Apotheke gibt und dass das Pharmaziestudium drei Staatsexamen mit sich zieht oder warum manchmal Medikamente „ausgetauscht“ werden. Da ich von klein auf mit Comics zu tun hatte und schon meine Facharbeit zu Schulzeiten über das Vermitteln von Wissen in Comicform ging, dachte ich, dass es ein schöner Weg ist, um „die Blackbox Apotheke“ zu öffnen.

Apotheken-Illustrationen und die Themenfindung

Das stimmt! Gibt es denn bestimmte Themen, zu denen du am liebsten zeichnest und über die du gerne informierst?

Prinzipiell fällt es mir leichter zu Themen zu zeichnen, die mir auch im Studium oder während der Arbeit leicht gefallen sind und ich daher auch wenig recherchieren muss. Im Gegensatz dazu ist es allerdings auch spannend, sich in Bereiche, die mir vielleicht nicht ganz so lagen, einzulesen und eine Darstellungsmöglichkeit zu erarbeiten. Aber konkret kann ich mich nicht festlegen, zu welchen ich am liebsten zeichne oder ich am liebsten informiere.

Die Welt der Pharmazie ist auch wirklich groß. Wie kommst du denn zu deinen Ideen und erstellst die Grafiken?

Zu den Ideen komme ich durch den Austausch mit anderen Menschen auf Social Media oder auch offline in Unterhaltungen mit Freunden. Wenn mir Leute Vorschläge, Wünsche oder Ideen schicken, sammele ich die in einer großen Exceltabelle und überlege mir im Weiteren dann, wie ich es umsetzen kann.
Die Umsetzungen skizziere ich zunächst ganz oldschool auf Papier. Dann setze ich sie in dem Programm Photoshop zeichnerisch um. Dazu habe ich ein Grafiktablet, das an meinen Laptop angeschlossen ist, auf dem ich direkt zeichnen kann.
Sind Animationen dabei, arbeite ich auch noch mit dem Programm AfterEffects.

Bestandteile einer Tablette als Comic von Anna Fuchs dargestellt.

Klingt spannend. Gibt es denn bestimmte Themen und Grafiken, die bei deiner Community besonders gut ankommen?

Besonders gut kommen tatsächlich Themen an, die eine hohe praktische Relevanz haben, wie die Gültigkeit von Rezepten oder was der Unterschied zwischen Salben, Cremes, Gelen und Pasten ist.

Wie empfindest du den Austausch mit der Community generell auf Instagram? Sind bei dir mehr Apotheker, PTA oder PKA auf dem Profil unterwegs und stellen dir Fragen oder geben ihre Anregungen weiter, oder erreichst du überwiegend die Kunden-/Patientenseite?

Den Austausch finde ich sehr bereichernd und die Community sehr herzlich.
Auf viele Ideen wäre ich von mir aus gar nicht gekommen.
Ich würde schätzen, dass es bei mir sehr ausgewogen ist zwischen Apothekerinnen, PTA, PKA, Kundinnen, teils Firmen, Ärztinnen & Wissenschaftlerinnen und vor allem auch Pharmaziestudentinnen (oder auch solche, die es werden wollen) und PTA-Schülerinnen. Ich finde es besonders schön, dass es so ausgewogen ist, aber auch herausfordernd, da ich gerne alle Fragen und Anregungen abdecken möchte.

Die Vielseitigkeit der Pharmazie

Hand aufs Herz - vermisst du deinen Job als Apothekerin manchmal?

Tatsächlich ja. Vor allem, wenn ich mir die ganzen Storys der lieben Menschen auf Instagram anschaue :-)

Du bist ja nicht mehr aktiv hinter dem Apothekentresen: Wie schaffst du es, dich über den aktuellen Wissenschaftsstand auf dem Laufenden zu halten? Besuchst du Fort- oder Weiterbildungen?

Ich lese regelmäßig Fachzeitschriften/-artikel und versuche, mich mit Fort- und Weiterbildungen auf dem neuesten Stand zu halten. Außerdem habe ich diverse Newsletter abonniert, um zu sehen, wo es aktuell Änderungen oder Neuerungen gibt.

Was macht für dich den Bereich der Pharmazie besonders spannend, was fasziniert dich?

Die große Vielfalt! Es ist ja nicht nur das Verkaufen in der Apotheke: Das ist die Spitze des Eisbergs, den die Menschen sehen. Dazu kommen aber noch das naturwissenschaftliche und fachliche Verständnis und die Vielfalt an Themen, in die man sehr tief einsteigen kann. Persönlich finde ich in der Apotheke den Bereich Rezeptur besonders spannend, weil viel mehr hinter einfach erscheinenden Arzneiformen steckt, als man denkt. Und im Studium fand ich es generell großartig, mit was für Geräten und Substanzen man im Labor gearbeitet hat und wie man gelernt hat, kreative Lösungen für Problemen zu finden.

Was würdest du Menschen raten, die auch gerne in der Pharmazie arbeiten möchten: Welche Eigenschaften brauchen sie?

Neugierde, Freude und Durchhaltevermögen.

Das Pressen von Tabletten, dargestellt von Anna Fuchs.

Vielen, vielen Dank liebe Anna, für den spannenden Einblick in deine ganz persönliche Pharmazie-Welt! Man merkt wirklich, dass du von der ganzen Thematik sehr angetan bist! Wer jetzt gerne mal einen Blick auf die Werke von Anna werfen möchte, der sollte unbedingt auf ihrem Instagramkanal: apothekenherz werfen. Weitere Infos zu Anna findet ihr auch auf: anna-fuchs.de.
Wir möchten uns an der Stelle noch einmal ganz herzlich für deine Zeit und das Interview bedanken!


 
Ein Beitrag von:
Jennifer Schulte-Tickmann

Jennifer Schulte-Tickmann verantwortet beim Deutschen Apotheker Service das Content Marketing.

     

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